Sm@rtClient



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12 Juli 20
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Sm@rtClient-App – Anleitung zur Installation und Konfiguration auf Android-Smartphones

WAS IST SM@RTCLIENT-APP?

Sm@rtClient ist eine Anwendung, die die Fernüberwachung und -steuerung von SIMATIC HMI-Visualisierungssystemen ermöglicht. Die Anwendung ist für die Betriebssysteme Microsoft WINDOWS, iOS und ANDROID verfügbar. Die Kommunikation wiederum erfolgt über ETHERNET – mit der Möglichkeit der Verbindungsverschlüsselung.

SIMATIC HMI ist ein Visualisierungssystem für SIEMENS-Steuerungen. Dazu gehören Operator-Panels, mobile Panels, IPC- und WinCC Runtime-Software.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Sm@rtClient-App installieren und richtig konfigurieren.

WAS SIND DIE VORTEILE DER VERWENDUNG VON SM@ARTCLIENT-APP?

Der Hauptvorteil dieser Art von Anwendung ist die Tatsache, dass die Fernüberwachung es ermöglicht, von fast überall auf der Welt zu arbeiten. Dank ihm können die Bediener viel Zeit und Geld sparen, das sie sonst für Reisen zu den Orten aufwenden müssten, an denen sich die überwachten Anlagen befinden.

Mittels der Sm@rtClient-App kann der Bediener leicht auf SIMATIC HMI-Visualisierungssysteme zugreifen. Dies geschieht mit einem beliebigen Computer oder Smartphone – ohne TIA Portal oder WinCC Runtime Software installieren zu müssen.

Zu beachten ist vor allem die Vielseitigkeit der Sm@rtClient-Lösung. Die Anwendung zeigt nicht nur die Visualisierung, sondern auch das gesamte Aussehen des Bedienpults – einschließlich der Funktionstasten. Auf diese Weise kann der Bediener so arbeiten, als stünde er direkt vor dem Bedienpult.

WELCHE VORAUSSETZUNGEN MÜSSEN ERFÜLLT WERDEN, UM DIE SM@RTCLIENT-APP NUTZEN ZU KÖNNEN?

Sm@rtClient versteht sich als Client-App. Das bedeutet, dass es für ein einwandfreies Funktionieren eine Verbindung zu einem Datenserver benötigt. In diesem Fall ist ein solcher Server der Sm@rtServer-Dienst – verfügbar in den Bedienpulten der Serien SIMATIC HMI Basic und Comfort sowie in der Software WinCC Runtime Advanced.

Der Sm@rtServer ist eine Visualisierungsfunktion, für deren Nutzung eine zusätzliche Lizenz erforderlich ist. Seit der Version V14 von TIA Portal / WinCC Runtime ist die Software kostenlos. Um die Visualisierung übertragen zu können, müssen der Sm@rtServer, die Verbindung zwischen dem Server und dem Client sowie die Sm@rtClient-App konfiguriert werden.

KONFIGURATION DER VISUALISIERUNG SCHRITT FÜR SCHRITT

Sm@rtServer ist eine Visualisierungsfunktion, die als Systemdienst fungiert. Dies bedeutet, dass es sich um einen Prozess handelt, der im Hintergrund arbeitet und keine Interaktion mit dem Benutzer erfordert.

Dies ist eine optionale Funktion, die standardmäßig deaktiviert bleibt. Um sie aktivieren zu können, muss man diese „manuell“ einstellen – bei der Konfiguration der Visualisierung in der TIA-Portal-Umgebung (d. h. in der Registerkarte Services auf Runtime settings), in dem die entsprechende Option ausgewählt wird.

Aktivierung des Sm@rtServer-Dienstes

Damit Sm@rtClient ordnungsgemäß funktioniert, muss außerdem der Datenaustauschdienst über SOAP (Simple Object Protocol) aktiviert sein. Hierbei handelt es sich um ein Kommunikationsprotokoll, das XML (Extensible Markup Language) zur Codierung von Aufrufen und normalerweise HTTP (Hypertext Transfer Protocol) für deren Übertragung verwendet.

Standardmäßig ist auch dieser Dienst deaktiviert und ohne diesen ist die Sm@rtClient-App nicht in der Lage, auf die vom Visualisierungssystem verarbeiteten Variablen zuzugreifen.

Dieser Dienst wird auch in der Registerkarte Services aktiviert.

Aktivierung des SOAP-Dienstes

KONFIGURATIONSANLEITUNG DES PANELS

Sm@rtServer als Dienst ist ebenfalls konfigurierbar. Seine Einstellungen findet man im Bedienfeld des Bedienpults. Nach dem Hochladen des Projektes bei aktivierter Sm@rtServer-Option erscheint im Fenster WinCC Runtime Advanced Internet ein zusätzliches Register Remote.

Optionen im Zusammenhang mit dem Sm@rtServer-Dienst

In dieser Registerkarte gibt es neben den Einstellungen selbst auch Optionen, mit denen der Sm@rtServer-Dienst manuell aktiviert (Schaltfläche Start) oder deaktiviert (Schaltfläche Stop) werden kann.

Zusätzlich kann der automatische Start des Dienstes zusammen mit dem Bedienpult aktiviert (Option Start automatically after booting) oder automatisch gestoppt werden – wenn die Visualisierung geschlossen wird (Option Close with Runtime).

Nachdem die Schaltfläche Change settings gedrückt wird, öffnet sich ein weiteres Fenster mit detaillierten Einstellungen des Sm@rtServer-Dienstes.

Sm@rtServer Einstellungen

In diesem Fenster können folgende Einstellungen konfiguriert werden:

  • Verschlüsselung der Verbindung (Option Encrypt communication).
  • Sperrung des Bildschirms während der aktiven Sitzung (Option No local input during client sessions).
  • Anzahl der verwendeten Kommunikationsanschlüsse (Feld Display or port numbers to use).
  • Bewahrung des Dienstes nach Verbindungsabschluss (Feld When last client disconnects).

Das wichtigste Element dieses Fensters sind jedoch die Felder Passwort 1 und Passwort 2, in denen die Passwörter und die Berechtigungsstufe für die kontrollierte Visualisierung festlegt werden können.

In Sm@rtClient-App (je nach verwendetem Passwort) hat der eingeloggte Benutzer das Recht auf volle Kontrolle (Option View only deaktiviert) oder Ansicht der gestreamten Visualisierung zu deaktivieren (Option View only aktiviert).

KonfigurATION DER Geräteeinstellungen

Die Kommunikation zwischen der Sm@rtClient-App und dem Sm@rtServer-Dienst erfolgt über das ETHERNET-Netzwerk. In Local Area Networks (LAN) müssen das Bedienpult mit dem Sm@rtServer-Dienst und der Host mit der Sm@rtClient-App für den Betrieb innerhalb eines einzigen Subnetzes konfiguriert werden, d. h. ihre IP-Adressen müssen zur gleichen Adressgruppe gehören.

Beispiel einer statischen Konfiguration für eine HMI-Netzwerkschnittstelle
Beispiel einer statischen Konfiguration für eine Netzwerkschnittstelle in Microsoft WINDOWS

Mobilfunkgeräte haben keine LAN-Schnittstellen. Um ihnen den Zugang zum lokalen Netz zu ermöglichen, sollte daher ein zusätzlicher Zugangspunkt (engl. Access point) in ein solches Netz integriert werden. Es wird das lokale Netzwerk mit drahtlosen Geräten unter Verwendung von Wi-Fi-Standards verbunden und so ein WLAN (Wireless LAN) geschafft.

Bei der Konfiguration des Zugangspunkts ist auf Sicherheitsfragen zu achten. D.h. Verwendung von WEP/WPA/WPA2-Mechanismen für Datenverschlüsselung und Ausblenden von Netzwerk-SSIDs. Wenn es sich bei dem Zugangspunkt um einen Router handelt, der in einem anderen Subnetz arbeitet, ist es erforderlich, die Konfiguration der drahtlosen Verbindung in den Einstellungen Ihres Mobiltelefons zu ändern. So dass die IP-Adresse des Smartphones zur gleichen Adressgruppe gehört wie das HM.

Wenn sich das Bedienpult mit dem Sm@rtServer-Dienst und der Host mit der Sm@rtClient-App in verschiedenen WAN (Wide Area Network) befinden, dann ist es notwendig, eine Verbindung zwischen diesen Netzen herzustellen, damit die Client-Anwendung die Kommunikation mit dem Datenserver aufbauen kann. Zu diesem Zweck können zwei Arten von Verbindungen verwendet werden. Direkt über INTERNET oder Virtual Private Network (VPN)-Tunneling, wobei die Kommunikation zwischen dem Client und dem Server für das öffentliche Netz unsichtbar ist und verschlüsselt werden kann.

INSTALLATIONSANLEITUNG DER SM@RTCLIENT-APP

Sm@rtClient-App für ANDROID-System ist in zwei Versionen verfügbar: Full und Lite. Die Version Full ist kostenpflichtig und voll funktionsfähig. Die Version Lite ist kostenlos und hat jedoch begrenzte Möglichkeiten. Beide können über den Google Play-Store heruntergeladen werden.

Sm@rtClient-App in der Lite-Version im Google Play-Shop

In der Lite-Version ist die Verbindungszeit begrenzt und längere Sitzungen werden automatisch geschlossen. Die automatische Fortsetzungsfunktion ist nicht verfügbar. Außerdem werden in der Lite-Version die Funktionstasten nicht unterstützt.

KONFIGURATION DER SM@RTCLIENT-APP SCHRITT FÜR SCHRITT

Im Hauptfenster der Sm@rtClient-App gibt es eine Liste der konfigurierten Verbindungen, die nach der Installation leer ist. Zur Verwaltung der Verbindungen dienen die in der oberen Leiste (von links) gespeicherten Werkzeuge: Auto-Detect ConnectionAdd Connection und Edit Connection.

Fenster der Sm@rtClient-App mit Verbindungsliste

Auto-Detect Connection Werkzeug (nur in der Full-Version verfügbar), verbindet die Anwendung automatisch mit dem Sm@rtServer-Dienst, der im lokalen Netzwerk sendet (wenn möglich). Mit Add Connection wird wiederum eine Verbindung manuell hinzugefügt. Mit dem Werkzeug Edit Connection können bereits bestehende Verbindungen bearbeitet werden. Nach dem Drücken der Schaltfläche Add Connection erscheint ein weiteres Fenster mit den Details der neuen Verbindung.

Verbindungskonfiguration in der Sm@rtClient-App

Um eine neue Verbindung erstellen zu können, sind folgende Angaben erforderlich: Kurzname, IP-Adresse des Geräts mit aktiviertem Sm@rtServer-Dienst, verwendete Portnummer und Zugangspasswort.

Abhängig vom angegebenen Passwort kann der Zugriff mit voller Kontrolle oder mit einer auf die Anzeige der gestreamten Visualisierung beschränkten Kontrolle erfolgen. Die so konfigurierte Verbindung muss mit der Schaltfläche Save (Diskettensymbol in der oberen Leiste) gespeichert werden. Danach erscheint sie in der Liste der Verbindungen in dem Hauptfenster der Sm@rtClient-App.

Fenster der Sm@rtClient-App mit konfigurierter Verbindung

Um das Streaming der Visualisierung starten zu können, muss lediglich die neu erstellte Verbindung ausgewählt werden (dazu ist es erforderlich, auf seinen Kurznamen oder sein Symbol zu klicken).

Wenn alle Elemente (Sm@rtServer-Dienst, Verbindung zwischen Server und Client, Sm@rtClient-App) korrekt konfiguriert sind, erscheint nach dem Verbindungsaufbau die gestreamte Visualisierungsansicht mit einem benutzergesteuerten Cursor im Anwendungsfenster.

INSTALLATION UND KONFIGURATION DER SM@RTCLIENT-APP – ZUSAMMENFASSUNG

Die Mensch-Maschine-Interaktion in komplexen Steuerungssystemen ist unerlässlich. Mithilfe von Visualisierungssystemen können Bediener Produktionsprozesse überwachen und steuern.

Mittels der Sm@rtClient-App kann das Visualisierungssystem SIMATIC HMI auf einen Computer oder ein Smartphone übertragen werden, das wie ein echtes Bedienpult funktioniert. Dies ist eine bequeme und praktische Lösung, die zudem viel Zeit und Geld spart.

Stesar verwendet diese Lösung für jedes Projekt eines Steuerungssystems und empfiehlt sie seinen Kunden.